1. Mannschaft (Oberliga Nord-Ost)
(Saison 2013/2014)

Die 1. Mannschaft des Greifswalder Schachvereins spielt auch in der Saison 2013/2014 wieder in der Oberliga Nord, Staffel Ost.

ML: Ulli Reyer
Spiellokal: VCH-HOTEL Greifswald, Wilhelm-Holtz-Strasse 5 - 8, 17489 Greifswald, Telefon (03834) 516-0

Terminplan beim Deutschen Schachbund

Tabelle und alle Mannschaftsaufstellungen

NrNameELORd 1Rd 2Rd 3Rd 4Rd 5Rd 6Rd 7Rd 8Rd 9
1Smith, Axel2461         
2Bartolomäus, Christian22500.510.5010.50 0.5
3Teschke, Olaf22140.510.510.5  00.5
4Reyer, Ulli21890.5  0.5 0.50.50 
5Stubbe, Wilko21850.5000.50.50.50.50.51
6Leisner, Hannes22080.510010.50.511
7Köpcke, Klaus-Peter2206 0.5       
8Valet, Richard20600.5010.50000.50
9Grzesik, Thomas2300    0   1
10Kalhorn, Stefan21880.50.5 0 0 0.50.5
11Mildner, Jens20790.50.50.5 0.5  1 
12Schwahn, Christian1993         
13Hertel, Johannes2001  0.5      
14Hagenlüke, Thomas2012  0.5      
15Sowada, Christoph----     0.50  
16Woll, Wilfried2105   0.510.500.50.5
17Valet, Alexander1898      0  
Spielberichte
Runde 1 || Runde 2 || Runde 3 || Runde 4 || Runde 5 || Runde 6 || Runde 7 || Runde 8 || Runde 9

Runde 9

Gelungener Saisonabschluss

2014-04-06 (HL) Im letzten Punktspiel der Saison war der GSV zu Gast bei der SG Lasker Steglitz Wilmersdorf; ein Verein, den wir vor der Saison als potentiellen Abstiegskandidaten ausgemacht hatten – entsprechend musste ein Sieg her; zumindest etwas Zählbares um nicht den bis dahin ungewissen Konstellationen in der OLNN etc. ausgesetzt zu sein. Am Samstag kam jedoch die wohl mittlerweile obligatorische Absage des Mannschaftsleiters. Aber auch Lasker liefen nicht in Bestform auf – zumindest wenn sie etwas hätten holen wollen.

Bis kurz vor 11 herrschte auch etwas Verwirrung bei den vier vorhandenen Greifswalder Spielern – das Auto mit den "richtigen" Greifswaldern kam eine Minute vor 11 an. Los ging´s. Das erste Remis sicherte Christian gegen IM Lagunow ab – nachdem wir just in dem Moment davor gescherzt hatten, dass ein Remis am Spitzenbrett erstrebenswert, aber schwierig werden würde. Das zweite Remis kam nach knapp einer Stunde von Wilfried gegen den kleinen Lagunow. Wilfried opferte in der Eröffnung einen Bauern, bekam dafür aktives Figurenspiel; aber die Zeit, die Zeit...für die Mannschaft nahm er dann das Remis an.

Stefan leistete sich in der Eröffnung die ein oder andere Ungenauigkeit, konnte seine Stellung jedoch zusammenhalten und war mit dem Friedensschluss im Nachhinein glücklich. Die restlichen Partien liefen alle bis zur Zeitkontrolle. Dort angekommen einigte sich Olaf im Doppelturmendspiel mit seinem Gegner auf ein Remis. Soviel zu den Unentschieden.

Wilko opferte im Mittelspiel einen Turm um die gegnerische Königsstellung aufzureißen. Sein Gegner fand nicht die beste Fortsetzung, sodass das gewonnene Endspiel locker nach Hause gefahren wurde. Thomas investierte auch viel Zeit ins Mittelspiel; unter Mithilfe des Gegners bekam er den aktiveren König; 4 Brettpunkte waren gesichert. Für Richard verlief die Partie wie schon die ganze Saison: Vernünftig aus der Eröffnung gekommen, und dann irgendwo im Mittel-/ Endspiel entglitt sie ihm und er fand sich im verlorenen (?) Turmendspiel wieder. Hannes bekam mit dem giftigen 1.b3 seine eigene Medizin zu schmecken; er profitierte davon, dass sein Gegner im Mittelspiel sehr viel Zeit investierte und 10 Züge lang mehr oder weniger von den 30 Bonussekunden leben musste. In einem komplizierten Endspiel mit Mehrbauern bot Hannes Remis an – was den Mannschaftssieg gesichert hätte – sein Gegner lehnte jedoch ab und wurde zur Strafe kurzerhand Matt gesetzt.

Fazit: Der GSV gewinnt mit 5:3 gegen SG Lasker Steglitz Wilmersdorf und befindet sich zum Ende der Saison mit 8 Mannschafts- und 33 Brettpunkten auf Platz 7. Das wurde dann ausgiebig beim Chinesen um die Ecke gefeiert.

Update, 2014-05-06 (CB): Nachgereicht sei der Bericht unserer Steglitzer Gegner.

Runde 8

Da war mehr drin

2014-03-17 (HL) Nachdem wir die letzten beiden Runden schon vom Papier her kaum eine Chance hatten, sollte es in der vorletzten Runde gegen SC Empor Potsdam besser werden. Olaf war aus dem Urlaub zurück und es schien, als ob wir wieder mit sehr starker Aufstellung spielen könnten. Doch am Samstag kam dann die Absage von Christian; er musste auf seine Kinder aufpassen. Kurzum wurde wieder Jens der 2ten weggenommen – ein Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte.

Der Kampfplan war klar: Ein Mannschaftssieg sollte her, ein 4:4 wäre – von der Spielstärke her betrachet – auch noch vertretbar. So ging´s um 11 Uhr los. Frühe Remisangebote gab es von keiner Seite – ein Umstand der manchem Greifswalder völlig neu war. Als erster steuerte Richard ein Remis im symmetrischen Engländer herbei – keiner von beiden wollte bis zum Schluss diese brechen. Lange Zeit passierte wieder erstmal nichts.

Kurz vor der Zeitkontrolle opferte oben genannter Joker eine Qualität für einen schönen Angriff. Die Führung währte aber nicht lange, da Olaf am Spitzenbrett verlor und die Potsdamer somit den Ausgleich wieder herstellten. Am Ärgsten erwischte es Willi. Aus der Eröffnung heraus eine gute Stellung herausgespielt; Qualle mehr eingeheimst nur um sie in Zeitnot wieder herzugeben – Remis nach einiger Aufregung. Etwa zeitgleich rauchte auch Wilko in wohl ausgeglichener Stellung – trotz Mehrbauern (?) - mit seinem Gegner die Friedenspfeife.

Die nächste Greifswalder Führung vollzog Hannes, dessen Gegner im Vorstoßfranzosen zwei, drei unterschiedliche Pläne inkonsequent umsetzte, nur um dann am Raumnachteil und schlechtem Läufer zugrunde zu gehen. Stefans` Gegner spielte den Königsinder etwas zu zaghaft; Stefan hatte aber leider nicht die Portion Mut, die Stellung schlussendlich noch weiterzuspielen – auch hier Remis. Auch Ulli`s Partie ging fast über die volle Distanz, aber im Turmendspiel stand nur sein Gegner besser, was dieser auch unter Beweis stellte.

Fazit: Ein 4:4 bei dem mehr drin gewesen war. Damit sind wir zur Zeit auf dem 8.Platz. Da SN I (in der OLNN) sich noch weigert, aufzusteigen und den Aufstieg nach ihrem 4:4 gegen Preetz nicht mehr in eigener Hand haben, kann es sein, dass der achte Platz nicht reicht. Wir haben es aber in der letzten Runde selber in der Hand, wenn wir die SG LSW schlagen und unser direkter Mitabstiegskonkurrent – USV Potsdam – gegen Rüdersdorf nicht gewinnt. Que sera, sera....

UPDATE (17.03.) : Auf der Homepage von unserem Letztrundengegner wird auch schon allerlei Kaffeesatzlesen betrieben. Danke an Jochen für den Hinweis.

Runde 7

Wiederum ein erwartetes Ergebnis – nur etwas deftig

2014-02-23 (HL) Letzte Saison konnten wir gegen sie noch in der letzten Runde punkten, diesesmal wollten sich die Rüdersdorfer rächen und traten fast in Bestbesetzung gegen uns an. Wir hingegen waren stark ersatzgeschwächt, mit Meldelistenplatz 15,16 und 17 (Danke an Alex für die Bereiterklärung zu spielen, auch wenn`s bei der 2ten nicht ganz geklappt hat).


Vor dem Kampf...

Somit galt wie gegen Pankow: Rette sich wer kann! Dieses Mal konnte sich Hannes als erster retten, nach knapp 13 von beiden Seiten sehr schnell ausgeführten Zügen musste der Gegner schon mal genauer in die Stellung schauen, ob es einen Vorteil für ihn gibt. Den gab es nicht und um Zug 20 herum und nach nichtmal 1,5 Stunden wurde das Remis besiegelt. Da stand Schwarz aber schon leicht besser. Das zweite Remis steuerte Ulli bei, Caro-Kann ist nunmal super solide. Das (leider) letzte Remis steuerte Wilko bei, nachdem er bei der Materialverteilung D+starker h-Freibauer vs. T+L+S den Sieg gesehen, ihn aber nicht ausgeführt hat.

Beim Rest setzten sich eindeutig die Stärkeren durch. Christian an Brett 1 hätte wohl im Mittelspiel mal einen Bauern für Angriff opfern sollen, nachdem er es verpasst hatte, horchte ihn GM Teske auf den Bauernschwächen aus. Wilfried ist um die Erkenntnis reicher geworden, wieso weshalb warum Weiß sich überhaupt so aufbaut, wie er sich aufbaut und bei Alex fehlte – obwohl er gut aus der Eröffnung kam – unter anderem wohl auch die Spielpraxis.

Christoph hatte wieder mit einem Spanier zu kämpfen, nachdem er seinem Gegner erlaubte einen entfernen Freibauern zu bilden, war aber auch seine Partie nicht mehr zu halten. Ganz bitter traf es Richard: Er stand die meiste Zeit ausgeglichen, wenn nicht sogar gefühlt etwas besser, nur um dann nach fünf Stunden in eine Fesselung zu laufen. Wie schon Stefan immer sagt: So kann man sich den Sonntag vermiesen.

Das Gute an diesem Spieltag: Platz 9 und 10 spielten gegeneinander Unentschieden und haben sich eventuell selber die Mannschaftspunkte weggenommen. Noch ist für uns alles drin, für die letzten beiden Runden heißt es nun erstmal Wunden lecken. Oder wir machen andere schöne Sachen. Geocaching zum Beispiel.

Runde 6

Erwartetes Ergebnis gegen Rotation Pankow

2014-02-19 (HL) Nachdem letzte Runde im Abstiegskampf gewonnen werden konnte, war vom Papier her gegen die Berliner nichts zu holen. Rette sich wer kann!, war die Ansage des Mannschaftsleiters. Als Erster rettete sich Wilko; ein Schwarzremis nach neun Zügen. Der nächste war Wilfried, nachdem der Gegner das Remisangebot im vierten Zug abgelehnt hatte, wollte er später die Botwinnikstruktur nicht weiterspielen und willigte in die Punkteteilung ein. Der Rest spielte.

Reyer - Dauth
12.Sxc7! Kxc7 13.Lxd6+! Kc8 14.Txb7!!.
r..k...r
.ppb.ppp
p.np.n..
.N......
....P..q
B.P.....
P.P.BPPP
.R.Q.RK.

Christoph stellte durch eine Unachtsamkeit in der Eröffnung einen wichtigen Bauern ein. Im Folgenden war es eigentlich nur noch ein Spiel auf ein Tor, nachdem ein zweiter Bauer flöten ging schien die Sache besiegelt. Aber durch eine Fehlkalkulation seines Gegners konnte er im Endspiel die Qualität gewinnen und sich ins Remis retten. Hannes wandelte auf den Spuren eines russischen Weltmeisters, stellte jedoch im Mittelspiel einen Bauern ein. Allein der gegnerischen Zeitnot war es zu verdanken, dass er sich noch in die Punkteteilung retten konnte.

Christian am 1.Brett bekam eine dröge Abtauschvariante vorgesetzt, trotz struktureller Schwächen konnte er gegen den knapp 90 DWZ-Stärkeren Remis spielen. Die wohl spannendeste Partie spielte Ulli. In einer Nebenvariante im Schotten opferte er fleißig eine Leichtfigur nur um kurze Zeit später eine Schwere hinterherzuschießen. Gefühlt war die Stellung irgendwann gewonnen, aber manchmal findet man den Totschlag nicht, Remis nach einiger Aufregung. Zu Stefan schreibe ich nicht viel, er hat eine eigene Abhandlung darüber verfasst und bei Richard setzten sich irgendwann die 250 DWZ – Punkte Unterschied durch.

Fazit: Wie es halt immer so ist gegen Stärkere: Nach zwei bis drei Stunden steht es völlig in Ordnung, langsam qualmt Hoffnung auf, nur um nach der Zeitkontrolle dann vor den Ruinen des Mannschaftskampfes zu stehen. Schon am nächsten Sonntag geht´s dann ins Legionärscamp.

Runde 5

Glücklicher Start ins neue Jahr

2014-01-19 (HL) Nachdem letzte Woche schon die Blitzasse in die Saison starteten; ging es dieses Wochenende mit dem normalen Punktspielbetrieb weiter. Die Order vom ML war eine klare Ansage: Gegen die Schachfreunde Berlin muss ein Sieg her; um im Abstiegskampf ein paar Plätze gut zu machen. Doch genau am Samstagvormittag kam die Absage vom – genau – vom ML; somit fand bei fast allen Brettern ein Farbwechsel statt; sehr schön, wenn man sich schon fünf Gegner ausgeguckt hatte *grummel grummel*.

Nichtsdestotrotz fanden sich gegen halb 11 in Berlin acht Spieler zusammen – Jens wurde kurzerhand aus der 2ten requiriert, welche dann mit nur sieben Mann in Trogelow antreten konnte. Seit 10 Uhr fand schon der Zweitbundesligakampf SF Berlin II vs. Johanneum Eppendorf statt. Nach kurzer Mannschaftsbesprechung ("Ein Mannschaftssieg muss her!") ging's auch schon los.

Die Berliner wollten es auch wissen; frühe Remisgebote abgelehnt (armer Wilfried). Das erste Remis steuerte nach knapp zwei Stunden Jens bei; er sah bei seiner Stellung keine Perspektiven. Wilko hatte mit FM Chatzidakis den schwersten Brocken, im Nachhinein war er mit seinen Remis sehr zufrieden. Dann legten die Schachfreunde vor: Erst stellte Richard in einem schwierigen Endspiel einen Bauern – sprich: Partie – ein und dann musste sich Thomas, welcher sich in der Eröffnung den berüchtigten b-Bauern einverleibte, geschlagen geben.

Olaf stand aus der Eröffnung heraus die ganze Zeit über besser, nur um dann durch eine Fehlkalkulation in Zeitnot (?) den Vorteil wegzugeben und sich ins Remis fügen zu müssen. Somit stand es 3,5:1,5 gegen uns und wir mit dem Rücken zur Wand. Den ersten Greifswalder Lichtblick setzte Hannes. Getreu dem Motto Wenn-man-seinem-Schützling-eine-bestimmte-Eröffnung-zeigt-sollte-man-auch-den-Mumm-haben-sie-selber-zu-spielen wandelte er auf den Spuren von André Danican und wurde – ebenso wie der Schützling – mit einem Sieg belohnt. Den Ausgleich erzielte Willi; anfangs von der Eröffnungsvariante seiner Gegnerin überrascht konnte er sich langsam wieder "rausknaupeln" (O-Ton Wilko) und schließlich dank seinem Läuferpaar gewinnen.

Nun lag es an Christian am Spitzenbrett. Aus einem ruhigen Vierspringerspiel entstand ein Turmendspiel, bei dem der Schreiber dieser Zeilen in Anbetracht der Matchsituation weder gerne Weiß noch Schwarz gehabt hätte. Doch Christian behielt die Nerven und führte uns zum 4,5:3,5. Somit haben wir – wie gefordert – etwas Boden gegenüber den Abstiegsplätzen gut gemacht. Das war in Anbetracht der zwei kommenden Runden auch bitter nötig.

Update 2014-01-25 (CB) Hier gibt's einen Bericht aus Berliner Sicht.

Runde 4

Zurück auf dem harten Boden

2013-12-18 (HL) Leicht euphorisch von einer möglichen Sensation in der dritten Runde empfingen wir diesen Sonntag die Mannschaft von SK König Tegel II. Doch sie traten mit ihrer bestmöglichen Mannschaft an, während sich bei uns wieder Wilfried einfand, damit unsere Zweite stark gegen Schwerin aufstellen konnte – was sich im Endeffekt als gute Entscheidung herausstellte. Die Tegeler waren schon am Samstag angereist und so konnte kurz nach 10 die Runde beginnen.

Wilfried war auch der Erste der fertig war – Remis nach 6 oder 7 Zügen. So motiviert möchte ich auch mal Schach spielen. Kurz darauf einigte sich auch Ulli mit seinem Gegner friedlich, am soliden Caro-Kann wollte sich der Gegner nicht die Zähne ausbeißen. Normalerweise würden nun alle Partien über die volle Distanz gehen und sich erst in Zeitnot entscheiden. Heute war es anders: Kurz nach 12 musste Hannes die Segel streichen, eine Ungenauigkeit im Mittelspiel ließ ihn mit einer unangenehmen Stellung zurück; der Gegner machte per Qualitätsopfer kurzen Prozess. Als nächster wurde Richard fertig – ein entspanntes Remis im Vorstoßfranzosen.

Die zweite Niederlage kam von Christian, sein Gegner konnte die Stonewallschwächen gut ausnutzen. Einziger Lichtblick war Olaf, welcher eine dröge erscheinende Abtauschvariante weiterspielte und schließlich mit dem vollen Punkt belohnt wurde. Stefan wurde nach anfänglichem Ausgleich von den zwei gegnerischen Springern einfach überspielt sodass die Niederlage nicht mehr zu verhindern war. Wilko konnte dank seines in MV mittlerweile gefürchteten "Bauentricks" seinem jugendlichen Gegner in komplett ausgeglichener Stellung eine Qualle abluchsen. Doch nun versagte bei ihm die Technik. Wohl aus reiner Agonie spielte er noch das nackte K+T vs. K+L ein paar Züge weiter, konnte aber nicht mehr als das Remis holen.

Fazit: Nach zwei Niederlagen in Folge befinden wir uns wieder auf dem Boden der Realtität und dort wo wir spielstärkemäßig hingehören – in den Abstiegskampf.

Runde 3

Nah dran an der Überraschung

2013-11-25 (HL) Der dritte Spieltag verschlug uns ins brandenburgische Neuruppin. Fünf Greifswalder starteten gegen acht Uhr um pünktlich um halb elf den Rest in Neuruppin vom Bahnhof abzuholen. Durch zwei Absagen innerhalb der Woche kam Thomas am 8. Brett zu seiner Premiere in der Oberliga. Die TSG, welche mit zwei Unentschieden etwas holprig in die Saison gestartet war, trat erwartungsgemäß stark an.

Gefangene wurden erstmal keine gemacht, alle Bretter spielten. Kurz vor der Zeitkontrolle kam es dann zu den ersten Ergebnissen. Sowohl Thomas als auch Johannes erreichten ein Remis, jeweils aus leicht besserer Position. Zur etwa gleichen Zeit gelang Christian am Spitzenbrett ein Remis durch dreimalige Zugwiederholung.

Den ersten Sieg sicherte Richard, welcher sich erstmal das Läuferpaar schnappte und seinen Gegner dann gekonnt überspielte. Jens ließ schon in der Eröffnung einen Bauern stehen, dieser war jedoch isoliert und obendrein auch noch ein Doppelbauer beim Gegner – Remis im Turmendspiel. Olaf konnte sich eine gute Angriffsstellung erarbeiten, muss dann aber irgendwo – laut Kiebitz Wilko – die beste Fortsetzung verpasst haben und musste sich schließlich ins Remis fügen.

Wilko wandelt wieder abseits jeglicher Theorie, konnte am Königsflügel optisch eine gute Stellung aufbauen, aber eventuell verpasste auch er den Todschlag. Zum Schluss waren es zu viele Bauern, die der Gegner mitgenommen hatte. Hannes gab in der Eröffnung das Läuferpaar für eine eigene leicht schlechtere Bauernstruktur, setzte dabei jedoch auf die Aktivität seines Springers. Nach einer Unachtsamkeit des Gegners gewann er einen Bauern und hätte wahrscheinlich genau dann Remis anbieten sollen – was ein 4:4 bedeutet hätte. Nach Rückgabe des Bauern verpatzte er jedoch noch das Endspiel...

Fazit: Die knappe Niederlage gegen so starke Gegner ist im Nachhinein betrachtet etwas bitter, da mehr drin gewesen wäre; aber wenn wir weiter so stark spielen, dann sollten wir die Klasse halten können und Tegel II kann sich nächste Runde warm anziehen.

Update 2013-11-26 (RK) Der Kampf aus Sicht unserer Gegner.

Runde 2

Wider das Abstiegsgespenst

2013-11-12 (HL) Am 2. Spieltag empfing der Greifswalder SV den Oberliganeuling(?) USV Potsdam. Die vorwiegend aus jüngeren Spielern bestehende Mannschaft reiste schon am Samstag an, um am nächsten Tag ausgeruht um 10 Uhr beginnen zu können. Als Aufsteiger sind sie einer der Gegner, gegen die wir punkten wollten, wenn wir nicht schon früh in den Abstiegsstrudel geraten wollten. So war der Kampfplan klar: Vorne gegenhalten und hinten punkten. Doch wie immer kam alles anders.


Raum Hiddensee garantiert 100%ige Punktausbeute

Klaus und Jens trennten sich nach einer knapp halben Stunde jeweils mit Remis von ihren Gegnern. Lange Zeit passierte dann nichts, an den restlichen Brettern wurde diesmal gekämpft. Richard brachte sich im Abtausch-Caro-Kann positionell um und stand bald mit T+S vs. Dame da, nichts zu machen, der Gegner ging in Führung. Kurz vor der ersten Zeitkontrolle konnte dann Olaf seinen ganzen Punkt einfahren. Nachdem er seinem Gegner eine giftige Variante im Abtausch-Slawen andrehen konnte, krönte er sein Spiel mit einem schönen Figurenopfer. Etwa zeitgleich kam auch Christian am Spitzenbrett zu seinem vollen Punkt; wir lagen in Führung. Ein Sieg dieser Doppelspitze, beinahe ein historisches Ergebnis, allein in Saison 09/10 kam das schonmal vor.

Wilko behandelte das Wolgagambit sehr speziell, schaffte es im Verlauf aber nicht genug Druckspiel aufzubauen – Ausgleich. Stefans Gegner behandelte die Eröffnung etwas zahm, so dass die Tarraschvariante nicht allzu gefährlich für Schwarz aussah; Remis durch Dauerschach nach langem Kampf. Hannes wandelte gegen seinen Gegner mit 4.g3 auf den Spuren von GM Glek. Überrascht von der Eröffnungswahl benötigte sein Gegenüber für ganz normale Theoriezüge sehr viel Zeit, die ihm nachher – als er eine bessere Stellung hatte – fehlte. So konnte Hannes im Mittelspiel erst einen und kurz vor der Zeitkontrolle den zweiten Bauern gewinnen. Trotzdem verteidigte sich der Gegner zäh und erst nach über fünf Stunden und im 101. Zug war der 4,5:3,5 Sieg amtlich.

Mit drei Mannschaftspunkten stehen wir zur Zeit sogar auf dem 2.Tabellenplatz, aber schon nach dem nächsten Spieltag gegen die TSG Neuruppin wird alles anders aussehen.

Runde 1

Der erste Punkt gegen Oberschöneweide

2013-10-15 (StK) Die erste Oberligarunde führte uns mal wieder nach Oberschöneweide in das schöne Spiellokal direkt an der Spree. Vor der Saison war es wie immer: Wir sind der große Abstiegsfavorit und wir haben gegen die fröhlich-freundlichen Oberschöneweider noch nie etwas geholt. Immerhin den zweiten Sachverhalt konnten wir ändern.

Der Kampfplan war klar: Die Weißbretter an 3 und 7 sollten versuchen, etwas herauszuholen, der Rest sollte Remis klammern. Viel geklammert musste im Oberhaus aber gar nicht werden, binnen zehn Minuten hatten Christian, Wilko, Olaf und Ulli Frieden geschlossen, Ulli nach einem Fingerfehler (zwei Züge verwechselt!) in der Eröffnung. Das Unterhaus musste spielen.

Stefan hatte gegen das Wolgagambit seines Gegners einen Bauern mitgenommen und dafür schwarze Initiative zugelassen. Als die Zeit knapp wurde, versagte die Technik und er musste froh sein, noch rasch in ein einigermaßen ausgeglichenes Endspiel abwickeln zu können. Richard wurde erst eingeschnürt und dann mit einem Mattangriff behelligt, konnte diesen aber durch Hergabe der Dame beenden und seinerseits einen Bauern auf die zweite Reihe vorschieben und damit seinen Gegner zum Dauerschachgeben zwingen. Jens spielte auch eine wilde Partie. Als beide Uhren fast abgelaufen waren, sahen ihn fast alle verloren, doch nach einem Qualitätsopfer kam Jens plötzlich zu einem gefährlichen Gegenspiel, das nur haarscharf nicht zum Sieg, sondern nur zum Dauerschach reichte. Nachdem so dreieinhalb Punkte zusammengekommen waren, willigte auch Hannes in eine Zugwiederholung ein. In seiner Partei war das Gleichgewicht wohl nie ernsthaft gestört.

Ein undankbares Resultat für beide Mannschaften, weil jeder darüber nachdenkt, an welcher Stelle noch ein halber Brettpunkt zu holen war. Aber vielleicht wird dieser Mannschaftspunkt noch wichtig werden.